Archiv für Rostow am Don

Reise in den Nordkaukasus, 2. Tag, Ankunft in Krasnodar

Am nächsten Morgen ging es bereits um sechs Uhr mit einem Marschrutka

Marschrutka in Rostow am Don von Ricardo Mertsch

Marschrutka in Rostow am Don von Ricardo Mertsch

in Richtung Bahnhof von Rostow am Don. Die Eindrücke, die ich bis dahin sammeln konnte, waren, gelinde gesagt, deprimierend. Gut, München beispielsweise ist am Sonntag Morgen um sechs Uhr wahrscheinlich auch nicht gerade der Platz, an dem das blühende Leben tobt, aber irgendwie sah es für mich in Rostow nicht so aus, als wäre der Beginn der Perestroika schon über 20 Jahre her. Noch viel mehr wurde mein Eindruck eines nach wie vor bürokratischen Staates beim Kauf der Fahrkarten für den Zug verschärft. Es ist nicht so, dass einfach jede x-beliebige Person eine Fahrkarte erwerben könnte, nein, nein, für dieses Ansinnen muss man sich ausweisen können – und zwar mit dem Reisepass. Wer jetzt glaubt, das könnte eventuell der Sicherheit dienen, denn auf die Weise ließen sich ja Bewegungsprofile von den dortigen Menschen problemlos erstellen, dem sei gesagt, wenn man mit dem Bus fährt, geht das relativ frei von Formalitäten und vor allen Dingen ohne das Vorzeigen eines Passes. Das kann also nicht der Grund dafür sein.

Wie auch immer, wir setzen uns in einen Express-Zug und fuhren in Richtung Krasnodar


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Dort kamen wir am frühen Nachmittag an und bezogen erst einmal unsere Hotelzimmer. Haha, das klingt so einfach, dabei ist das eine gar nicht so einfache Prozedur, denn vor dem Bezug des Hotelzimmers hat irgendein schlauer Kopf die Administration gesetzt und die braucht solche wichtigen Unterlagen wie Reisepass, Migrationskarte, am besten noch die Registrierung und von all diesen Unterlagen werden in aufwändiger Weise Kopien angefertigt und es sind Formulare auszufüllen (diese Aufgabe hat mein Reiseleiter übernommen, denn die Formulare sind ausschließlich in russischer Sprache verfasst) und ruckizucki fünfzehn Minuten später hat man schon das Recht auf den Bezug eines Hotelzimmers erworben. Jetzt muss man sich auf die entsprechende Etage begeben und dort von der Etagenfrau den Zimmerschlüssel holen. Und “schon” ist man drin im Hotelzimmer. Hier mal ein Foto eines solchen Zimmers, es ist allerdings das Hotel in Rostow am Don:

Hotelzimmer in Rostow am Don

Hotelzimmer in Rostow am Don

Selbstverständlich kann man auch Hotels anderer Kategorien buchen – wenn man das nötige Kleingeld hat. Wer glaubt, dass die Preise in der Russischen Föderation aufgrund des im internationalen Vergleich nach unseren Maßstäben geringen Durchschnittseinkommens auch gering wären, hat sich gründlich getäuscht. Jedenfalls erlaubte mein Reisebudget keine Hotels wie dieses hier:

Hotel Moskau in Krasnodar

Hotel Moskau in Krasnodar

Was bereits jetzt schon klar war: Ich hatte viel zu viel Gepäck dabei – wie Frauen halt so sind. Aber das konnte ja jetzt erst Mal auf dem Zimmer bleiben und wir konnten unbelastet einen Stadtbummel starten.

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Reise in den Nordkaukasus, 1. Tag, Rostow-am-Don

Angeregt und unterstützt von einem Freund entschloss ich mich verhältnismäßig spontan, den diesjährigen Sommerurlaub im Nordkaukasus zu verbringen. Das Ziel dieser Reise war, einen Überblick über die Vielfältigkeit dieser Gegend zu erhalten und er als in dieser Gegend aufgewachsener und durch mehrere Reiseführungen erfahrener Mann würde mir genau diesen Überblick verschaffen.

Übersicht Nordkaukasus

Übersicht Nordkaukasus

Das Ausstellen eines Reisepasses dauerte Dank der unbürokratischen Bürokratie in diesem unserem Lande (ja, ja, man wird ja so bescheiden, wenn man nur den richtigen Vergleich hat!) lediglich 48 Stunden, und somit war auch noch genügend Zeit für die Visumformalitäten.

Es konnte also pünktlich am 01.08.2009 losgehen mit einem Direktflug von Frankfurt/Main nach Rostow am Don mit der Fluggesellschaft Aeroflot DON:

Flugzeug

Flugzeug

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Die Sicherheitsbestimmungen wurden in sehr gewöhnungsbedürftigem Englisch gehalten, also um genau zu sein, habe ich eigentlich nichts verstanden und mein Englisch ist ganz passabel. Aber kulinarisch gab es das erste Highlight, nämlich ein kleines Portiönchen Kaviar, zusätzlich zu dem in Flugzeugen üblich pappigen Essen.

Fast pünktlich dort angekommen, gab es schon die erste Verzögerung, denn ein russischer Arzt betrat das Flugzeug und maß allen Passagieren Fieber, um ein Einschleppen des A/H1N1Virus,  bekannter unter der Bezeichnung “Schweinegrippe”, zu verhindern. Was passiert wäre, hätte einer der Passagiere irgendwelche Anzeichen gezeigt, entzieht sich meiner Kenntnis, denn zum Glück waren wir wohl alle pumperlgesund. Also konnte ich schon mit nur einer Stunde Verspätung von meinem Reiseführer in Empfang genommen werden und nach einem schnellen Imbiss begaben wir uns in das in unmittelbarer Nähe zum Flughafen befindliche Hotel. Schon auf dem kurzen Weg dahin nahm mich die laue Sommerluft gefangen. Das Hotelzimmerfenster gab noch diesen Blick auf dem Rostower Flughafen frei:

Flughafen Rostow am Don

Flughafen Rostow am Don

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