Artikel getaggt mit Krasnodar

Reise in den Nordkaukasus, 3. Tag, Fahrt nach Lazarevskaya

Am dritten Tag war es so weit, ich sollte an diesem Tag das erste Mal in meinem Leben das schwarze Meer sehen.

Gleich in der Früh fuhren wir wieder mit der Straßenbahn in Richtung Bahnhof, genossen dort ein schnelles Frühstück und bestiegen dann den Zug über Tuapse nach Lazarevskaya.

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Und was soll ich sagen, ab Tuapse war es tatsächlich so weit, das schwarze Meer bereitete sich vor mir aus:

Schwarzes Meer

Schwarzes Meer

Diese Bahnstrecke hat den enormen Vorteil, dass sie weitestgehend direkt an der Küste verläuft, zwischen Bahndamm und Meer befindet sich häufig nur noch der Strand.

Schwarzes Meer II

Schwarzes Meer II

Immer wieder fährt man über Flüsse und Flüsschen, die ins Meer münden.

Schwarzes Meer III

Schwarzes Meer III

Wer möchte, kann sich in diesem Webalbum weitere Bilder der Zugfahrt ansehen.

In Lazarevskaya sind wir zur Mittagszeit angekommen, und mein Reiseleiter hat zielstrebig ein Lokal angesteuert und wir haben zu Mittag gegessen. In dem Zusammenhang muss ich den Reiseleiter sehr loben, es mangelte mir in dieser ganzen Zeit an nichts, ich musste nie darauf hinweisen, dass ich jetzt Hunger oder Durst habe, sondern alles war immer bestens organisiert. An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an ihn!

Während wir also gemütlich in einer Art Sommergaststätte saßen und diesen Ausblick genossen

südliches Flair

südliches Flair

fuhr auf einmal dieser Bus auf der Straße vorbei:

Bus der Firma "Reisewünsche"

Oh, Ihr glaubt gar nicht, wie schön es ist, nachdem man nur noch wie ein Erstklässler lesen kann, wenn auf einmal bekannte Buchstaben das Auge durchdringen und sich ohne weitere komplizierte Denkarbeit sofort in ein verständliches Wort verwandeln.

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Reise in den Nordkaukasus, 2. Tag, Vegetation in Krasnodar

Eindeutig liegt Krasnodar in einer wärmeren Klimazone als Bayern. Wunderschön anzusehen sind die Trompetenbäume (Catalpa)

Catalpa in Krasnodar

Catalpa in Krasnodar

Fruchtstand Catalpa in Krasnodar

Fruchtstand Catalpa in Krasnodar

So, meine lieben Gartenfreunde, ich weiß ja genau, dass einige von Euch mitlesen, also sagt mir bitte, was das hier ist. Ich vermute ja, es ist eine Robinie.

Robinie?

Robinie ist falsch, es ist ein Pagodenbaum

Dank einer lieben Freundin hier die Antwort wegen des Baumes:

Auf dem Bild ist ein wunderschöner Styphnolobium (Schott 1830) japonicum (L.) (Schott 1830) Fabaceae, der Pagodenbaum
zu sehen. Er ist sehr oft als Straßenbaum in südlichen Ländern angepflanzt worden. Er stammt aus China und Korea. Die Früchte sind eingeschnürte Hülsen.
Vorsicht: Der Baum ist giftig!!!”

Danke! :)

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Reise in den Nordkaukasus, 2. Tag, Krasnodar

Da dieser Tag ja ein Sonntag war, war eine der Hauptverkehrsstraßen für den Verkehr gesperrt und stattdessen flanierten die Menschen darauf, stetig mit Musik aus überall am Straßenrand angebrachten Lautsprechern beschallt. Also flanierten wir auch, hier, in der Geburtsstadt von Anna Jurjewna Netrebko.

Straße in Krasnodar

Straße in Krasnodar

Bis 1920 hieß die Stadt Jekaterinodar, zu Ehren der Zarin Katharina der Großen, die diese Stadt als Festungsstadt gegründet hat.

Krasnodar wird auch die Stadt der herrenlosen Hunde genannt und in der Tat sieht man hier viele Streuner, mehr als in den anderen Städten, wie ich jetzt rückblickend beurteilen kann. Und ihnen wurde ein eigenes Denkmal gewidmet:

herrenlose Hunde

herrenlose Hunde

Gleichzeitig ist Krasnodar die Hauptstadt der Region Krasnodar (Krasnodar Krai) und hier sieht man das Regierungsgebäude:

Regierungsgebäude von Krasnodar Krai

Regierungsgebäude von Krasnodar Krai

Und davor ist dieses Denkmal eines, natürlich, eines Kosaken:

Denkmal vor Regierungsgebäude von Krasnodar Krai

Denkmal vor Regierungsgebäude von Krasnodar Krai

Vom vielen Flanieren und Fotografieren wurden wir dann hungrig und es gab dieses Abendessen:

Abendessen in Krasnodar

Abendessen in Krasnodar

Das Essen war durchwegs sehr schmackhaft und lecker, jedenfalls für meinen Gaumen. Am Ende meines Reiseberichtes werde ich dem Thema Essen einen eigenen Artikel widmen.

Während wir im Trockenen saßen und unseren Hunger stillten, ging draußen ein kräftiger Regenschauer nieder. Dieser Umstand ermöglichte mir, Einblicke in die dort übliche Gebäudeentwässerung zu erhalten, denn das Wasser aus dem Dachrinnen rinnt einfach……..

Gebäudeentwässerung

Gebäudeentwässerung

…auf die Straße. Und wenn man viel Glück hat, befindet sich auf dem Weg, den man eingeschlagen hat, keine Vertiefung, denn die führt unweigerlich zur Pfützenbildung und damit entweder zu Umwegen oder zu nassen Füßen.

Hier noch ein typisches Beispiels sowjetischer Architektur:

sowjetische Architektur in Krasnodar

sowjetische Architektur in Krasnodar

Und hier ein wunderbar restauriertes Gebäude:

restauriertes Gebäude in Krasnodar

restauriertes Gebäude in Krasnodar

Wer noch weitere Bilder ansehen möchte, kann das in meinem Webalbum Krasnodar tun.

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Reise in den Nordkaukasus, 2. Tag, Ankunft in Krasnodar

Am nächsten Morgen ging es bereits um sechs Uhr mit einem Marschrutka

Marschrutka in Rostow am Don von Ricardo Mertsch

Marschrutka in Rostow am Don von Ricardo Mertsch

in Richtung Bahnhof von Rostow am Don. Die Eindrücke, die ich bis dahin sammeln konnte, waren, gelinde gesagt, deprimierend. Gut, München beispielsweise ist am Sonntag Morgen um sechs Uhr wahrscheinlich auch nicht gerade der Platz, an dem das blühende Leben tobt, aber irgendwie sah es für mich in Rostow nicht so aus, als wäre der Beginn der Perestroika schon über 20 Jahre her. Noch viel mehr wurde mein Eindruck eines nach wie vor bürokratischen Staates beim Kauf der Fahrkarten für den Zug verschärft. Es ist nicht so, dass einfach jede x-beliebige Person eine Fahrkarte erwerben könnte, nein, nein, für dieses Ansinnen muss man sich ausweisen können – und zwar mit dem Reisepass. Wer jetzt glaubt, das könnte eventuell der Sicherheit dienen, denn auf die Weise ließen sich ja Bewegungsprofile von den dortigen Menschen problemlos erstellen, dem sei gesagt, wenn man mit dem Bus fährt, geht das relativ frei von Formalitäten und vor allen Dingen ohne das Vorzeigen eines Passes. Das kann also nicht der Grund dafür sein.

Wie auch immer, wir setzen uns in einen Express-Zug und fuhren in Richtung Krasnodar


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Dort kamen wir am frühen Nachmittag an und bezogen erst einmal unsere Hotelzimmer. Haha, das klingt so einfach, dabei ist das eine gar nicht so einfache Prozedur, denn vor dem Bezug des Hotelzimmers hat irgendein schlauer Kopf die Administration gesetzt und die braucht solche wichtigen Unterlagen wie Reisepass, Migrationskarte, am besten noch die Registrierung und von all diesen Unterlagen werden in aufwändiger Weise Kopien angefertigt und es sind Formulare auszufüllen (diese Aufgabe hat mein Reiseleiter übernommen, denn die Formulare sind ausschließlich in russischer Sprache verfasst) und ruckizucki fünfzehn Minuten später hat man schon das Recht auf den Bezug eines Hotelzimmers erworben. Jetzt muss man sich auf die entsprechende Etage begeben und dort von der Etagenfrau den Zimmerschlüssel holen. Und “schon” ist man drin im Hotelzimmer. Hier mal ein Foto eines solchen Zimmers, es ist allerdings das Hotel in Rostow am Don:

Hotelzimmer in Rostow am Don

Hotelzimmer in Rostow am Don

Selbstverständlich kann man auch Hotels anderer Kategorien buchen – wenn man das nötige Kleingeld hat. Wer glaubt, dass die Preise in der Russischen Föderation aufgrund des im internationalen Vergleich nach unseren Maßstäben geringen Durchschnittseinkommens auch gering wären, hat sich gründlich getäuscht. Jedenfalls erlaubte mein Reisebudget keine Hotels wie dieses hier:

Hotel Moskau in Krasnodar

Hotel Moskau in Krasnodar

Was bereits jetzt schon klar war: Ich hatte viel zu viel Gepäck dabei – wie Frauen halt so sind. Aber das konnte ja jetzt erst Mal auf dem Zimmer bleiben und wir konnten unbelastet einen Stadtbummel starten.

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